Die Bodenschneelast wird nachgeschlagen, nicht gemessen
Die Dach-Schneelast ist die in Kilopascal (kN/m²) angegebene Bemessungslast, die ein Dachtragwerk aus angesammeltem Schnee tragen können muss. Bauordnungen in schneereichen Regionen leiten sie aus einer kartierten „Bodenschneelast“ (pg) für den Standort ab – einem Wert, der in der geltenden örtlichen Bauordnung als Schneelastkarte oder standortspezifischer Untersuchung festgelegt ist, niemals vor Ort geschätzt oder geraten wird. Jedes weitere Ergebnis der Formel skaliert direkt mit dieser einen Zahl, sodass ein falscher pg-Wert die gesamte Berechnung ungültig macht.
Die ASCE-7-Formel für flache Dächer
Die weithin referenzierte ASCE-7-Form für flache Dächer lautet pf = 0,7 × Ce × Ct × Is × pg. Ce ist ein Expositionsfaktor, der von 0,9 (windexponierte, voll offene Standorte, die Schnee an den Wind verlieren) bis 1,2 (geschützte Standorte, die mehr Schnee zurückhalten) reicht. Ct ist ein thermischer Faktor: 1,0 für beheizte Gebäude, die durch Schmelzen von unten etwas Schnee verlieren, oder 1,2 für unbeheizte Gebäude wie Garagen und Schuppen, die die volle Last zurückhalten. Is ist ein Bedeutungsfaktor, der bei typischer Wohnnutzung auf 1,0 gehalten wird.
Ein Neigungsfaktor Cs wandelt anschließend die Last für flache Dächer in eine Bemessungslast für geneigte Dächer um, da steilere Dächer Schnee leichter abwerfen: Cs = 1,0 für Dachwinkel bis 30°, linear abnehmend gegen 0, während der Winkel von 30° auf 70° zunimmt, woraus sich die Last für geneigte Dächer ps = pf × Cs ergibt.
- Schneelast flaches Dach pf = 0,7 × Ce × Ct × Is × pg
- Schneelast geneigtes Dach ps = pf × Cs
Rechenbeispiel
Mit einer Bodenschneelast pg = 1,5 kPa, normaler Exposition (Ce = 1,0), einem beheizten Gebäude (Ct = 1,0) und einer Dachneigung von 4:12: Die Last für das flache Dach beträgt pf = 0,7 × 1,0 × 1,0 × 1,0 × 1,5 = 1,05 kPa. Der Dachwinkel beträgt arctan(4 ÷ 12) ≈ 18,43°, was unter dem 30°-Schwellenwert liegt, ab dem der Neigungsfaktor die Last zu reduzieren beginnt, sodass Cs = 1,0 bleibt und die Bemessungslast für das geneigte Dach ps ebenfalls 1,05 kPa beträgt.
| Faktor | Verwendeter Wert |
|---|---|
| Bodenschneelast (pg) | 1,5 kPa |
| Expositionsfaktor (Ce) | 1,0 (normal) |
| Thermischer Faktor (Ct) | 1,0 (beheizt) |
| Bedeutungsfaktor (Is) | 1,0 (Wohnnutzung) |
| Last flaches Dach (pf) | 1,05 kPa |
| Dachwinkel (Neigung 4:12) | ≈ 18,43° (Cs = 1,0) |
| Last geneigtes Dach (ps) | 1,05 kPa |
Dies ist eine Bildungsschätzung, keine bautechnisch geprüfte Planung
Diese Formel ist ein weithin referenziertes ASCE-7-Schätzwerkzeug, das nützlich ist, um zu verstehen, wie die Faktoren zusammenwirken – sie ersetzt keine bautechnisch geprüfte statische Planung. Die Bodenschneelast (pg) muss stets der geltenden örtlichen Schneelastkarte entnommen werden, und die endgültige Dachkonstruktion muss von einem zugelassenen Tragwerksplaner anhand der geltenden Bauordnung für den tatsächlichen Standort geprüft werden.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die ASCE-7-Schneelastformel?
Die Formel für flache Dächer lautet pf = 0,7 × Ce × Ct × Is × pg, wobei pg die Bodenschneelast, Ce ein Expositionsfaktor, Ct ein thermischer Faktor und Is ein Bedeutungsfaktor ist. Für geneigte Dächer wird anschließend separat ein Neigungsfaktor angewendet, um die Bemessungslast zu erhalten.
Wo finde ich die Bodenschneelast für meinen Standort?
Die Bodenschneelast (pg) wird von der geltenden örtlichen Bauordnung festgelegt, üblicherweise aus einer Schneelastkarte oder einer standortspezifischen Untersuchung bei höheren Lagen oder ungewöhnlichem Gelände – sie sollte niemals geschätzt oder geraten werden.
Warum hat ein beheiztes Gebäude eine geringere Schneelast?
Beheizte Gebäude verlieren durch die durch das Dach entweichende Wärme etwas Schnee durch allmähliches Schmelzen, was die angesammelte Schneelast verringern kann. Unbeheizte Gebäude wie Garagen und Schuppen profitieren nicht von diesem Schmelzeffekt, sodass Bauordnungen einen höheren thermischen Faktor (Ct = 1,2) anwenden, um die vollständig zurückgehaltene Schneelast zu berücksichtigen.
Verringert die Dachneigung die Schneelast immer?
Nur oberhalb eines Schwellenwerts. Der Neigungsfaktor Cs bleibt bis zu einem Dachwinkel von 30° bei 1,0 und beginnt erst zu sinken, wenn der Winkel von 30° auf 70° ansteigt, was widerspiegelt, dass Schnee von steileren, glatteren Dächern leichter abrutscht.
Quellenangaben
- ASCE/SEI 7 — Minimum Design Loads and Associated Criteria for Buildings and Other Structures: source of the flat-roof snow load form (pf = 0.7 · Ce · Ct · Is · pg) and slope-factor concept.
- Local/state building code snow load maps — the authoritative source for ground snow load (pg) at a given site.
- International Code Council (ICC) — International Building Code (IBC), structural snow load provisions.