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health · 5 min · Zuletzt geprüft: 2026-07-07

Idealgewicht-Formeln im Vergleich: Devine, Robinson, Miller und Hamwi

TL;DRDie vier klassischen Idealgewicht-Formeln (Ideal Body Weight, IBW) – Hamwi, Devine, Robinson und Miller – nutzen alle nur Körpergröße und Geschlecht und kommen dennoch zu unterschiedlichen Ergebnissen. Für einen 180 cm großen Mann schätzen sie 77,3 kg (Hamwi), 75,0 kg (Devine), 72,6 kg (Robinson) und 71,5 kg (Miller): eine Spanne von fast 6 kg für dieselbe Person. Diese Formeln wurden ursprünglich für die Medikamentendosierung entwickelt, nicht als Gesundheitsziele, und da sie die Körperzusammensetzung vollständig ausblenden, sollten sie als grober Referenzbereich verstanden werden, nicht als ein einziges korrektes Gewicht.

Was diese Formeln tatsächlich tun

Jede Idealgewicht-Formel setzt ein Basisgewicht bei einer Größe von 5 Fuß an und addiert für jeden Zoll darüber einen festen Gewichtsbetrag. Sie unterscheiden sich nur im Basiswert und im Zuwachs pro Zoll. Bemerkenswert ist, dass keine von ihnen Ihr aktuelles Gewicht, Ihren Körperfettanteil oder Ihre Rahmengröße verwendet – sie sind allein Funktionen von Körpergröße und Geschlecht.

Es ist wissenswert, dass diese Formeln für klinische Zwecke wie die Schätzung von Arzneimitteldosen entwickelt wurden, nicht als ästhetische oder Fitnessziele. Dieser Ursprung ist der Grund, warum sie eine einzelne Referenzzahl statt eines gesunden Bereichs liefern.

Vier Formeln, ein 180 cm großer Mann

Für einen 180 cm großen Mann – etwa 10,9 Zoll über 5 Fuß – ergibt jede Formel das Folgende. Die Unterschiede entstehen vollständig aus den unterschiedlichen Basisgewichten und Zuwächsen pro Zoll, die jeder Autor gewählt hat.

FormelSchätzung (Mann, 180 cm)Pro Zoll über 5 Fuß
Hamwi (1964)77,3 kg+2,7 kg
Devine (1974)75,0 kg+2,3 kg
Robinson (1983)72,6 kg+1,9 kg
Miller (1983)71,5 kg+1,41 kg

Warum sie sich widersprechen – und welcher zu trauen ist

Die Spanne von fast 6 kg entsteht durch die unterschiedlichen Zuwächse: Hamwi addiert das meiste Gewicht pro Zoll Körpergröße und Miller das wenigste, sodass sich die Lücke bei größeren Menschen weitet. Die späteren Formeln (Robinson und Miller, beide 1983) waren Verfeinerungen, die die beobachteten Daten besser abbilden sollten, und liefern tendenziell niedrigere Werte als die älteren Gleichungen von Hamwi und Devine.

Keine einzelne Formel ist maßgeblich „korrekt“, weil das Idealgewicht von einer Körperzusammensetzung abhängt, die die Formeln nicht erfassen können. Aussagekräftiger ist der Bereich, den sie gemeinsam ergeben – hier etwa 71–77 kg –, kombiniert mit einem gesunden BMI-Bereich und idealerweise einem Maß der Körperzusammensetzung wie Körperfettanteil oder Taillenumfang.

Bessere Fragen als die nach dem „Idealgewicht“

Da diese Formeln Muskeln, Körperbau und Fettverteilung ausblenden, sind sie eine Ausgangsreferenz und kein Ziel. Ein muskulöser Athlet kann deutlich über seinem „idealen“ Gewicht liegen und dabei schlank und gesund sein. Einen IBW-Bereich mit dem BMI und einer direkten Messung der Körperzusammensetzung oder des Taillenumfangs zu kombinieren, ergibt ein weit aussagekräftigeres Bild als jede einzelne Idealgewicht-Zahl.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Idealgewicht für einen 180 cm großen Mann?

Das hängt von der Formel ab: Die Schätzungen reichen von 71,5 kg (Miller) bis 77,3 kg (Hamwi), also etwa ein Referenzbereich von 71–77 kg für dieselbe Körpergröße.

Warum liefern Idealgewicht-Rechner unterschiedliche Antworten?

Sie verwenden unterschiedliche Formeln (Hamwi, Devine, Robinson, Miller) mit unterschiedlichen Basisgewichten und Zuwächsen pro Zoll. Keine nutzt die Körperzusammensetzung, daher weichen die Ergebnisse voneinander ab.

Wurden diese Formeln als Gesundheitsziele entworfen?

Nein. Sie wurden ursprünglich für klinische Zwecke wie die Medikamentendosierung entwickelt, weshalb jede eine einzelne Zahl statt eines gesunden Gewichtsbereichs liefert.

Sollte ich mein „Idealgewicht“ anstreben?

Behandeln Sie es als groben Richtwert, nicht als Ziel. Es blendet Muskeln und Körperzusammensetzung aus, kombinieren Sie es daher mit dem BMI und einer Körperfett- oder Taillenmessung für ein vollständigeres Bild.

Quellenangaben

  1. Devine BJ. Gentamicin therapy. Drug Intelligence & Clinical Pharmacy. 1974;8:650-655 (origin of the Devine formula).
  2. Robinson JD, et al. Determination of ideal body weight for drug dosage calculations. Am J Hosp Pharm. 1983;40(6):1016-1019.
  3. Hamwi GJ. Therapy: changing dietary concepts. In: Diabetes Mellitus: Diagnosis and Treatment. American Diabetes Association; 1964.

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