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health · 5 min · Zuletzt geprüft: 2026-07-07

BMI-Grenzwerte im Vergleich: WHO-International vs. asiatisch-pazifische Grenzwerte

TL;DRDer Body-Mass-Index ist eine einzige Zahl, doch die Grenzwerte zu ihrer Einordnung unterscheiden sich je nach Bevölkerung. Nach dem internationalen WHO-Standard gilt ein BMI von 18,5–24,9 als Normalgewicht, 25,0–29,9 als Übergewicht und 30,0 oder darüber als Adipositas. Die WHO benennt zudem niedrigere Grenzwerte für viele asiatische Bevölkerungsgruppen, bei denen ein erhöhtes Gesundheitsrisiko bereits bei einem BMI von etwa 23 statt 25 beginnen kann. Das bedeutet: Ein BMI von 24 gilt nach dem internationalen Standard als gesund, nach den asiatisch-pazifischen Grenzwerten jedoch als erhöhtes Risiko bzw. Übergewicht — weshalb es bei der Deutung der Zahl darauf ankommt, für welche Bevölkerung ein Grenzwert festgelegt wurde.

Der BMI ist universell; die Grenzwerte sind es nicht

Der Body-Mass-Index ist das Gewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat, und die Formel ist überall dieselbe. Was variiert, ist die Menge der Grenzwerte, mit denen diese Zahl in Kategorien eingeteilt wird. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht eine internationale Klassifikation und erkennt zugleich an, dass die Beziehung zwischen BMI und Gesundheitsrisiko je nach Bevölkerung unterschiedlich ist, was zu zusätzlichen Grenzwerten für viele asiatische Gruppen führt.

Die zwei Grenzwertsysteme im direkten Vergleich

Die Tabelle vergleicht die internationalen WHO-Grenzwerte mit den niedrigeren asiatisch-pazifischen Grenzwerten, die die WHO für viele asiatische Bevölkerungsgruppen benannt hat, bei denen das kardiometabolische Risiko bereits bei einem niedrigeren BMI steigen kann.

KategorieWHO internationalAsiatisch-pazifisch (WHO)
UntergewichtUnter 18,5Unter 18,5
Normalgewicht18,5 – 24,918,5 – 22,9
Erhöhtes Risiko / Übergewicht25,0 – 29,923,0 – 27,4
Adipositas30,0 und darüber27,5 und darüber

Warum derselbe BMI unterschiedlich eingestuft werden kann

Da die Bereiche sich unterscheiden, kann ein identischer BMI in verschiedene Kategorien fallen. Ein BMI von 24,0 ist nach dem internationalen WHO-Standard Normalgewicht, fällt aber nach den asiatisch-pazifischen Grenzwerten in den Bereich des erhöhten Risikos. Ein BMI von 28,0 ist international Übergewicht, erreicht aber nach dem asiatisch-pazifischen System die Adipositas-Schwelle. Die Zahl hat sich nicht geändert — nur der auf sie angewandte Risikogrenzwert.

Der Grund ist, dass einige asiatische Bevölkerungsgruppen bei gleichem BMI einen höheren Körperfettanteil sowie höhere Raten von Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufweisen als die Bevölkerungen, auf denen die ursprünglichen internationalen Grenzwerte beruhen. Niedrigere Grenzwerte sollen dieses erhöhte Risiko früher signalisieren.

Die Grenzen des BMI selbst

Welche Grenzwerte auch verwendet werden: Der BMI ist ein Screening-Instrument, keine Diagnose und kein Maß für die Körperzusammensetzung. Er unterscheidet nicht zwischen Muskeln und Fett, sodass sehr muskulöse Menschen einen hohen BMI aufweisen können, ohne übermäßiges Fett zu haben, und er sagt nichts darüber aus, wo Fett gespeichert ist — der Taillenumfang liefert Informationen, die der BMI nicht bieten kann. Der BMI ist am nützlichsten auf Bevölkerungsebene und als erstes Screening, während für die individuelle Beurteilung klinisches Urteilsvermögen und zusätzliche Messgrößen herangezogen werden.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein gesunder BMI-Bereich?

Nach dem internationalen WHO-Standard gilt 18,5–24,9 als Normalgewicht. Nach den asiatisch-pazifischen Grenzwerten, die die WHO benennt, liegt der gesunde Bereich bei 18,5–22,9.

Warum sind die asiatischen BMI-Grenzwerte niedriger?

Bei gleichem BMI weisen viele asiatische Bevölkerungsgruppen einen höheren Körperfettanteil sowie höhere Raten von Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf, weshalb niedrigere Grenzwerte das erhöhte Risiko früher signalisieren.

Kann derselbe BMI zugleich gesund und übergewichtig sein?

Nach unterschiedlichen Standards ja. Ein BMI von 24 ist nach den internationalen WHO-Grenzwerten gesund, nach den asiatisch-pazifischen Grenzwerten jedoch erhöhtes Risiko.

Ist der BMI eine Diagnose?

Nein. Der BMI ist ein Screening-Instrument. Er unterscheidet nicht zwischen Muskeln und Fett und zeigt keine Fettverteilung, weshalb er mit anderen Messgrößen und klinischem Urteilsvermögen kombiniert werden sollte.

Quellenangaben

  1. World Health Organization — Body mass index (BMI) classification. https://www.who.int/data/gho/data/themes/topics/topic-details/GHO/body-mass-index
  2. WHO Expert Consultation. Appropriate body-mass index for Asian populations and its implications for policy and intervention strategies. Lancet. 2004;363(9403):157-163. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(03)15268-3
  3. U.S. Centers for Disease Control and Prevention — About Adult BMI. https://www.cdc.gov/healthyweight/assessing/bmi/

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